Ein Mannheimer Kriegskind und die Angst die blieb

Patricia Rind

Aufgewachsen zwischen Sirenen und Bunkerwegen

Zerstörte Stadt nach den 2. Weltkrieg. Trümmer, Ruinen, s/w

Sie war Jahrgang 1938. Ein Kriegskind aus Mannheim.
Als kleines Mädchen erlebte sie den Krieg an der Seite ihrer Mutter. Sie lebten unweit des Hochbunkers in der Innenstadt von Mannheim. Dort wo heute das
Marchivumsteht.

Wenn die Sirenen heulten, liefen sie los. Durch den Lärm, durch die Angst, immer mit der Sorge, es nicht rechtzeitig zu schaffen. Sie erzählte ihrem Sohn später von der Panik beim Rennen. Von der kalten Hand ihrer Mutter in ihrer eigenen. Und von den Menschen, die sie manchmal nach einem Angriff vor den Bunkertüren sah. Menschen, die es nicht mehr in den Bunker geschafft hatten.

Sie überlebte. Sie wuchs auf, machte Abitur, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete ihr Leben lang. Sie heiratete, bekam einen Sohn und führte ein stabiles, liebevolles Leben. Wer sie kannte, erlebte eine warmherzige und starke Frau, die mitten im Leben stand. Und doch wurde sie von etwas begleitet, das niemand sah.

Der Krieg ging nie ganz fort.


Inhalte


  1. Wenn der Krieg im Alltag weiterlebt
  2. Ein Leben in Mannheim und eine Angst die nie ganz ging
  3. Wenn Erinnerungen im Körper weiterleben
  4. Scham und Überleben
  5. Eine Trauerrede über ein ganzes Leben
  6. Was Krieg weitergibt an die nächste Generation
  7. Warum diese Geschichten heute erzählt werden müssen
  8. Fazit: Was bleibt wenn der Krieg vorbei ist

Wenn der Krieg im Alltag weiterlebt


Der Krieg war für sie kein abgeschlossenes Kapitel, das man irgendwann hinter sich lässt. Er war etwas, das sich unmerklich in den Alltag gelegt hatte. Nicht ständig präsent, nicht dauernd bewusst, aber immer erreichbar. Er zeigte sich nicht in Erzählungen oder Rückblicken, sondern in einer besonderen Wachsamkeit. In der Art, wie sie auf ihre Umgebung achtete. In dem Bedürfnis nach Ordnung, Vorhersehbarkeit und Ruhe. Dinge, die für andere selbstverständlich waren, hatten für sie eine tiefere Bedeutung.

Der Alltag eines Kriegskindes ist oft geprägt von einer inneren Bereitschaft, reagieren zu müssen. Einer Aufmerksamkeit für alles, was plötzlich kippen könnte. Diese Haltung entsteht nicht aus Grübeln oder übermäßiger Sorge, sondern aus Erfahrung. Aus einem frühen Lernen, dass Sicherheit zerbrechlich ist. Dass Gefahr ohne Vorwarnung auftauchen kann. Und dass man als Kind keine Kontrolle darüber hat. Diese Erfahrung verschwindet nicht einfach, sie wird Teil der eigenen Lebenshaltung.

So führte sie ihr Leben. Sie arbeitete, kümmerte sich, war verlässlich und präsent für andere. Nach außen hin wirkte alles ruhig und geordnet. Und genau das war auch eine Form von Schutz. Der Krieg war vorbei, aber er lebte weiter in kleinen Anpassungen, in Vorsicht, in dem Wunsch, vorbereitet zu sein. Still und unspektakulär. Und doch prägend für den Alltag eines Menschen, der früh gelernt hatte, mit Unsicherheit zu leben.

Ein Leben in Mannheim und eine Angst die nie ganz ging


Ihr Leben war in Mannheim verwurzelt. Hier arbeitete sie, hier lebte sie, hier war sie Teil eines Alltags, der von Verlässlichkeit und Verantwortung geprägt war. Sie führte ein Leben, das nach außen ruhig und geordnet wirkte. Ein Leben, in dem sie für andere da war, in dem sie Aufgaben übernahm, Beziehungen pflegte und ihren Platz fand. Mannheim war ihr Zuhause, ein vertrauter Ort, an dem sie sich ihr Leben aufgebaut hatte.

Und doch ging etwas mit ihr, das nie ganz verschwand. Eine Angst, die sich nicht in jedem Moment zeigte, aber immer vorhanden war. Sie drängte sich nicht auf, sie machte keinen Lärm. Sie wartete. Und meldete sich dann, wenn etwas an frühere Erfahrungen rührte. Diese Angst gehörte nicht zu ihrem heutigen Leben, sondern zu einer Kindheit, in der Sicherheit keine Selbstverständlichkeit war.

So lebte sie mit zwei Wirklichkeiten zugleich. Dem Alltag einer erwachsenen Frau, die ihr Leben im Griff hatte. Und einer inneren Erfahrung, die aus einer anderen Zeit stammte. Diese Spannung trug sie still. Sie sprach kaum darüber. Nicht aus Verschlossenheit, sondern aus einer Haltung heraus, die viele Kriegskinder teilen. Man macht weiter. Man hält aus. Man belastet andere nicht mit dem, was im Inneren bleibt.

Ihr Leben zeigt, wie Kriegserfahrungen weiterwirken können, ohne ein Leben zu dominieren. Die Angst war kein dauernder Zustand, sondern ein leiser Begleiter. Sie lief mit, während das Leben stattfand. Sie meldete sich, wenn sie musste, und zog sich wieder zurück. Und genau darin liegt etwas sehr Menschliches, etwas Typisches für viele Kriegskinder. Sie leben. Sie gestalten. Und sie tragen etwas mit, das nie ganz gegangen ist. Mit Stärke, mit Anpassung und mit einer Erfahrung, die immer mitgeht.

Wenn Erinnerungen im Körper weiterleben


Der Krieg hatte sich in ihr festgesetzt, nicht als Erinnerung, die man abrufen kann, sondern als Erfahrung, die der Körper bewahrt. Die Panikattacken kamen oft unerwartet, mitten im Leben. Sie kamen nicht aus Schwäche, sondern aus einem kindlichen Erleben, das nie richtig verarbeitet werden konnte. Als Kriegskind hatte sie gelernt zu funktionieren. Zu rennen, wenn die Sirenen heulten. Still zu sein, wenn es gefährlich wurde. Für Trauer und Angst war damals kein Raum.

Wenn ein lauter Knall die Luft zerriss, war sie wieder das kleine Mädchen an der Hand ihrer Mutter auf dem Weg zum Bunker. Das Herz raste, der Atem geriet außer Kontrolle, der Körper spannte sich an, als stünde wieder alles auf dem Spiel. Diese Reaktionen waren keine bewussten Erinnerungen, sondern ein Wiedererleben. Der Körper wusste mehr als der Verstand.

Besonders der Jahreswechsel wurde für sie zu einer Zeit der Angst. Feuerwerk bedeutete keinen Neubeginn, sondern Alarm. Keine Partys. kein Feiern, kein geselliges Zusammensein. Sie verbrachte jedes Silvester im Keller, weil die Knalle Panik auslösten, die sie nicht steuern konnte. Ihr Körper reagierte, als wäre der Krieg zurückgekehrt. Nicht als Erinnerung, sondern als Gegenwart. Während andere feierten, war sie mit etwas allein, das sie ihr Leben lang begleitet hatte. Die fehlende Sicherheit, die ihr als Kind genommen worden war.

Auch im Alltag zeigte sich diese alte Angst. Ihr Sohn erinnerte sich an Spaziergänge, die abrupt endeten, weil ein Auto eine Fehlzündung hatte. Mitten auf dem Gehweg oder der Straße kam die Panik. Stillstand. Orientierungslosigkeit. Und die Scham darüber, dass sie sich nicht einfach beruhigen konnte. Erst viele Jahre später verschwand diese konkrete Bedrohung aus ihrem Alltag, als Autos keine Fehlzündungen mehr hatten. Eine große Entlastung, nach Jahrzehnten innerer Anspannung.

In der
Trauerbegleitung zeigt sich immer wieder, wie eng Angst, Körper und unverarbeitete Trauer miteinander verbunden sind. Kriegskinder tragen oft Verluste in sich, die nie benannt wurden. Den Verlust von Sicherheit, von Unbeschwertheit, von Vertrauen. Diese Trauer wirkt weiter, auch dann, wenn das Leben nach außen stabil erscheint. Sie braucht Raum, Anerkennung und ein Gegenüber, das zuhört, ohne zu erklären oder zu bewerten.

Scham und Überleben


Was sie oft mehr belastete als die Angst selbst, war die Scham darüber. Sie verstand ihren eigenen Körper nicht. Sie wusste rational, dass sie in Sicherheit war. Und doch reagierte sie, als wäre die Gefahr noch da. Die Panikattacken kamen ohne Ankündigung, nahmen ihr die Luft, ließen ihr Herz rasen und brachten sie in Situationen, in denen sie sich hilflos fühlte. Sie schämte sich dafür, weil sie glaubte, stark sein zu müssen. Weil sie glaubte, diese Reaktionen nach all den Jahren endlich im Griff haben zu sollen.

Wie viele Kriegskinder war sie in einer Zeit aufgewachsen, in der es keinen Raum für Gefühle gab. Es ging ums Überleben, ums Weitermachen, ums Wiederaufbauen. Angst,
Trauer und Hilflosigkeit hatten keinen Platz. Man schwieg darüber. Man machte weiter. Und so lernte sie früh, ihre eigenen Reaktionen zu verstecken. Nicht zu erklären, was in ihr vorging. Nicht aufzufallen. Diese Haltung begleitete sie ein Leben lang.

Dabei erzählte ihr Körper eine andere Geschichte. Er erzählte von Nächten im Hochbunker. Von dem Rennen durch die Straßen Mannheims, während Sirenen heulten. Von der kalten Hand der Mutter, die Halt gab und doch selbst voller Angst war. Diese Erfahrungen waren nicht einfach vergangen. Sie hatten sich eingeschrieben. Und sie meldeten sich immer dann zurück, wenn etwas klang wie damals. Wenn ein Knall zu laut war. Wenn ein Geräusch unberechenbar wurde.

Die Scham darüber, nicht einfach ruhig bleiben zu können, war tief. Sie fühlte sich unzulänglich, obwohl sie ihr Leben gemeistert hatte. Schule, Ausbildung, Arbeit, Familie. Ein stabiles, verantwortungsvolles Leben. Und doch blieb da diese innere Verletzlichkeit, die sie selbst kaum einordnen konnte. In der
Trauerbegleitung zeigt sich immer wieder, wie eng Scham und unverarbeitete Trauer miteinander verbunden sind. Kriegskinder trauern oft um das, was sie nie haben durften. Um Sicherheit. Um Unbeschwertheit. Um ein kindliches Vertrauen in die Welt.

Diese Trauer bleibt häufig stumm. Sie zeigt sich nicht in Tränen, sondern im Körper. In Anspannung. In Rückzug. In dem Gefühl, immer wachsam sein zu müssen. Erst wenn diese Zusammenhänge gesehen und ausgesprochen werden dürfen, entsteht Entlastung. Nicht, weil die Vergangenheit verschwindet, sondern weil sie eingeordnet werden kann. Mit Würde. Mit Verständnis. Und mit dem Wissen, dass Überleben kein Makel ist, sondern eine Leistung, die Anerkennung verdient.

Eine Trauerrede über ein ganzes Leben


Als ich ihre Trauerrede hielt, stand für mich nicht nur der Mensch im Mittelpunkt, sondern auch der Zusammenhang, in dem dieses Leben begonnen hatte. In meinen Trauerreden über Kriegskinder ordne ich Erlebtes behutsam geschichtlich ein, weil vieles sonst unverständlich bleibt. Nicht erklärend im Sinne eines Vortrags, sondern einordnend. Mannheim im Krieg bedeutete Luftangriffe, Sirenen, Zerstörung, Nächte im Bunker. Für ein Kind war das kein historisches Ereignis, sondern Alltag. Diese Einordnung macht sichtbar, was ein Mensch tragen musste, lange bevor er Worte dafür hatte.

Ich habe über eine Frau gesprochen, die ihr Leben gestaltet hat. Die gearbeitet hat, Verantwortung übernommen hat, Frau war, Ehefrau war, Mutter war, Oma war, Teil ihrer Familie und ihres Umfelds. Eine warmherzige, verlässliche Frau mit einer stillen Stärke. Und ich habe auch benannt, was im Hintergrund mitlief. Nicht um sie darauf festzulegen, sondern um sie besser zu verstehen. Ihre Sensibilität, ihre Vorsicht, ihre Reaktionen hatten einen Ursprung.

Für die Angehörigen war es wichtig, dass auch dieser Teil ihres Lebens einen Platz bekam. Die geschichtliche Einordnung half, Zusammenhänge zu erkennen. Reaktionen, die früher irritiert hatten, wurden nachvollziehbar. In der Trauerbegleitung erlebe ich oft, wie entlastend das ist. Wenn das, was schwer war, benannt werden darf, ohne Bewertung, ohne Schuld, mit Respekt.

Ihre
Trauerrede war getragen von Dankbarkeit für das, was sie gegeben hat, und von Achtung vor dem, was sie ausgehalten hat. Sie war kein Symbol, keine Figur. Sie war ein Mensch mit einer ganzen Biografie. Diese Art des Erinnerns schafft Nähe. Sie würdigt ein Leben in seiner Tiefe. Und sie gibt den Hinterbliebenen Halt in ihrer Trauer, weil sie spüren, dass alles gesehen werden darf.

Was Krieg weitergibt an die nächste Generation


Der Krieg endete für sie nicht mit dem letzten Alarm. Er wirkte weiter, leise, unbemerkt und oft tückisch, auch in ihrem Familienleben. Nicht als bewusste Erzählung, sondern als Haltung. Als Vorsicht. Als Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit. Ihr Sohn wuchs mit einer Mutter auf, die liebte, sorgte und schützte, und die doch manchmal von etwas eingeholt wurde, das er als Kind nicht verstehen konnte. Diese Weitergabe geschieht nicht absichtlich. Sie ist kein Versagen. Sie ist Teil dessen, was Trauma ausmacht.

Kriegskinder geben oft weiter, was sie selbst nicht betrauern oder verarbeiten konnten. Die ständige Wachsamkeit. Die Angst vor plötzlichen Geräuschen. Das Bedürfnis, vorbereitet zu sein. Und auch die Schwierigkeit, Gefühle offen zu zeigen, weil man früh gelernt hat, dass Gefühle gefährlich sein können. In der Trauerbegleitung zeigt sich immer wieder, wie diese Muster in der nächsten Generation Fragen auslösen. Warum reagiert meine Mutter so? Warum ist Nähe manchmal schwierig? Warum ist Sicherheit so wichtig?

Wenn diese Zusammenhänge sichtbar werden, kann etwas in Bewegung kommen. Nicht um Schuld zu verteilen, sondern um Verständnis zu ermöglichen.
Trauer braucht Einordnung. Sie braucht Sprache. Sie braucht einen Raum, in dem deutlich wird, dass das, was weitergegeben wurde, aus einem Überleben heraus entstanden ist. Nicht aus Lieblosigkeit, sondern aus Schutz.

Krieg wirkt nach. In Familien. In Beziehungen. In Körpern. Und manchmal erst dann, wenn eine Generation geht, wird spürbar, was sie getragen hat. Das Wissen darum kann helfen, eigene Reaktionen besser zu verstehen. Und es kann trösten, zu erkennen, dass vieles einen Ursprung hat, der weit zurückreicht. In eine Zeit, in der ein Kind aus Mannheim lernen musste, mit Angst zu leben, um zu überleben.

Warum diese Geschichten heute erzählt werden müssen


In solchen Trauerreden nehme ich mir bewusst Zeit, das Erlebte geschichtlich einzuordnen. Nicht, um zu erklären oder zu belehren, sondern um verständlich zu machen, was ein Kind damals wirklich erleben musste. In Städten wie Mannheim bedeutete Krieg nicht nur zerstörte Häuser, sondern den ständigen Kontakt mit Tod. Menschen, die nach Angriffen tot auf den Straßen lagen. Menschen, die verschüttet waren. Schwerverletzte. Für ein Kind war das keine Ausnahme, sondern Teil des Alltags.

Dazu kamen Verluste, die kaum benannt wurden. Freundinnen, die nach einem Angriff plötzlich fehlten. Menschen aus der Nachbarschaft, die nicht mehr da waren. Und der Hunger, der vieles bestimmte. Die Sorge, ob es genug geben würde. Ob der nächste Tag sicher sein würde. Diese Erfahrungen standen nebeneinander und wirkten zusammen. Angst war kein einzelner Moment, sondern ein Zustand, der alles durchzog.

Ein Kind lebte damals in ständiger Wachsamkeit. Es lernte früh, sich anzupassen, leise zu sein, durchzuhalten. Die Angst der Erwachsenen war spürbar, aber nicht erklärbar. Was blieb, war eine tiefe Prägung. Keine bewusste Erinnerung, sondern ein inneres Wissen um Gefahr und Verlust. Diese Prägung begleitete sie ein Leben lang. Wenn ich das in ihrer
Trauerrede benenne, geht es mir um Würde. Um das Anerkennen dessen, was ein Mensch getragen hat, ohne je die Wahl gehabt zu haben.

Für Angehörige entsteht daraus oft ein neues Verstehen. Reaktionen, die früher irritiert haben, bekommen einen Zusammenhang. Verhaltensweisen wirken nicht mehr fremd, sondern nachvollziehbar. In der Trauerbegleitung erlebe ich, wie entlastend dieses Verstehen sein kann. Es nimmt Druck. Es schafft Nähe. Und es öffnet Raum für eine Trauer, die vielleicht lange keinen Platz hatte.

Diese Geschichten heute zu erzählen, ist ein Akt der Achtung. Die Generation der Kriegskinder geht. Mit ihr verschwinden Lebensgeschichten, die unser Land und unsere Familien bis heute prägen. Der Krieg lebt nicht nur in Büchern weiter. Er lebt in Menschen. Ihn behutsam sichtbar zu machen, heißt, ein Leben in seiner ganzen Tiefe ernst zu nehmen.

Fazit: Was bleibt wenn der Krieg vorbei ist


Ein Krieg endet nicht in dem Moment, in dem die Waffen schweigen. Für viele Kriegskinder bleibt er als leiser Begleiter. Nicht immer sichtbar, oft nicht benennbar, aber wirksam. Er zeigte sich in Ängsten, im Körper, in Vorsicht und Rückzug. Und zugleich in einer großen Fähigkeit, das Leben zu tragen, Verantwortung zu übernehmen und weiterzugehen. Beides gehört zusammen.

Das Leben dieser Frau zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen liegen kann, auch wenn er Verletzungen mit sich trägt. Sie war nicht geprägt nur vom Krieg, sondern von allem, was sie daraus gemacht hat. Von Liebe, von Verlässlichkeit, von einem Alltag, den sie gestaltet hat. Ihre Geschichte steht für viele andere. Für Menschen, die gelernt haben zu leben, obwohl ihnen früh Sicherheit genommen wurde.

In meinen Trauerreden und in
meiner Trauerbegleitung geht es mir darum, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen. Nicht um Vergangenes festzuschreiben, sondern um es einzuordnen. Damit Angehörige verstehen können, was einen Menschen bewegt hat. Und damit Trauer Raum bekommt, auch für das, was lange unausgesprochen blieb.

Was bleibt, wenn der Krieg vorbei ist, sind Lebensgeschichten, die gehört werden wollen. Solange es noch möglich ist. Mit Respekt. Mit Wärme. Und mit dem Wissen, dass jedes Leben mehr ist als das, was es überstanden hat.

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