Trauer an Feiertagen – was helfen kann

Warum Feiertage in der Trauer besonders herausfordern können


Feiertage erinnern an gemeinsame Zeiten. An vertraute Stimmen. An Bräuche, die plötzlich fehlen. Egal, ob es Weihnachten war, das Sie gemeinsam am leuchtenden Christbaum verbracht haben, oder Chanukka im Kerzenschimmer mit der Familie, oder das Eid-Fest, an dem diese Person immer für Sie da war, oder Diwali mit seinen Lichtern, die Sie zusammen anzündeten. Wenn ein Mensch gestorben ist, wird an diesen Tagen besonders deutlich spürbar, wie sehr die Gegenwart geprägt war von dieser einen Person.

Aus Festtagen können stille, schwere Tage werden. Und das ist nicht nur okay. Das ist normal. Das ist
traurig und richtig zugleich.


Feiertage ohne diese Person – wie sich das anfühlt


Gewohntes zu erleben ohne diesen Menschen. Das ist das Schwere. Die Kerze anzünden, aber diese Person sitzt nicht mehr daneben. Das Gebet zu sprechen, aber ihre Stimme fehlt. Den Tisch zu decken, aber sein Platz bleibt leer. Den Feiertag zu erleben, den Sie gemeinsam geliebt haben, während sie nicht mehr da ist.

Manchmal können Sie überhaupt nichts mit der Tradition anfangen. Sie wollen keinen Weihnachtsbaum, keinen Kerzenleuchter. Sie können nicht in die Kirche gehen. Sie können nicht zum Seder gehen. Sie können nicht in die Synagoge, die Moschee, den Tempel gehen, weil die Trauer dort zu groß wird. Und das schafft ein Schuldgefühl, das nicht sein sollte. Weil Sie denken: Ich bin nicht stark genug. Ich erfülle die Tradition nicht. Ich bin untreu.

Aber das ist nicht wahr. Das ist nur ehrlich. Und
Trauer braucht diese Ehrlichkeit.


Was diese Tage besonders schwer macht


Feiertage haben eine Kraft, die normale Tage nicht haben. Sie sind laut. Sie sind präsent. Sie bringen Erwartungen. Und wenn Sie trauern, treffen diese Erwartungen auf Ihre Realität und alles bricht auseinander.

Die religiöse Tradition sagt vielleicht: Sei dankbar. Feiere. Sei froh. Aber Sie können nicht froh sein, weil Ihr Herz bricht. Und das schafft einen Riss in Ihnen. Zwischen dem, was die Tradition verlangt, und dem, was Sie fühlen.

Hinzu kommt etwas anderes: Diese Feiertage kommen jedes Jahr. Jedes Jahr aufs Neue müssen Sie die Bräuche und Traditionen ohne diesen Menschen erleben. Und jedes Jahr kann das wieder wehtun. Oder es tut plötzlich wieder so weh wie am ersten Mal. Die
Trauer kommt zurück, Jahr für Jahr, und manchmal ist das das Schwerste.


Wie Sie Feiertage für sich gestalten können


Es gibt keinen richtigen Weg. Das ist das Wichtigste, das Sie wissen sollten.

Manche Menschen brauchen im ersten Jahr eine Pause von den Gewohnheiten, den Traditionen. Sie gehen nicht hin. Sie machen es nicht. Sie ruhen sich aus. Und das ist nicht untreu. Das ist liebevoll gegenüber sich selbst.

Andere Menschen brauchen den Brauch gerade jetzt besonders. Sie wollen genau diesen Feiertag erleben, die Tradition fortführen, diese Person ehren durch das Tun. Und das ist genauso richtig.

Manche Menschen brauchen etwas Neues. Sie erfinden das Ritual um. Sie zünden eine Kerze an für diese Person. Sie kochen das Essen, das diese Person zubereitete. Sie sprechen ein Gebet oder lesen ein Gedicht, das dieser Mensch liebte. Sie finden einen neuen Weg, den alten Feiertag zu würdigen.

Was zählt: Sie dürfen entscheiden. Sie dürfen sagen, dass Sie nicht mitfeiern können. Sie dürfen sagen, dass Sie diesen Feiertag ganz anders erleben möchten. Sie dürfen traurig sein. Das ist nicht falsch. Das ist menschlich.


Wie ich Sie begleite


Wenn Feiertage für Sie schwer sind, begleite ich Sie. Das bedeutet: Wir sprechen vorher darüber. Über die Angst, die Trauer, die Leere. Über religiöse oder kulturelle Dinge, die sich widersprüchlich anfühlen. Über das, was Sie tun möchten und das, was Sie nicht tun können. Wir besprechen Dinge die Ihnen guttun, und welche Sie jetzt vermeiden sollten. Wir planen Vorgehensweisen und mögliche Reaktionen auf Dinge, die sie nicht tun möchten. Wir besprechen, wie Sie mit möglichem Druck umgehen können.

Das bedeutet, dass
ich nicht nur zur Trauerfeier da bin und die Trauerrede halte. Ich bin auch vorher und nachher da. Wenn Sie jemanden brauchen, die versteht. Per Telefon, per Videocall, persönlich in der Metropolregion Rhein-Neckar. Weil Feiertage in der Trauer einsam sind. Und Sie müssen das nicht allein erleben.


Der Feiertag wird anders, und das ist in Ordnung


Feiertage werden sich anders anfühlen. Das können Sie nicht ändern. Aber Sie können sich selbst mit Geduld und Mitgefühl begegnen, während diese Veränderung stattfindet. Sie können wählen, wie Sie diesen Tag gestalten. Sie können die Tradition ehren oder Sie können ruhen. Sie können weinen oder schweigen. Alles ist richtig. Alles ist Trauer. Und alle Formen davon verdienen Raum.

Referenzen

Trauer an den Feiertagen

Trauer verstehen

Kinder und Trauer - einfühlsam begleiten