Der Pastor weigerte sich, ihn zu beerdigen
Wenn die eigene Kirche Nein sagt

Als ich zu diesen Eltern ins Wohnzimmer kam, war ich für den Moment die Einzige, die überhaupt kam. Ihr Sohn war gestorben, plötzlich, mit Anfang 30. Und die Gemeinde, in der sie seit Jahrzehnten jeden Sonntag im Gottesdienst saßen, hatte ihnen gerade die Beerdigung verweigert.
Der Pastor ihrer evangelikalen Freikirche hatte Nein gesagt, weil ihr Sohn als „praktizierender Homosexueller“ gelebt hat. Und die Eltern, die ihren Jungen von ganzem Herzen liebten, glaubten selbst, dass er jetzt für immer verloren ist. Selten habe ich eine so große Not gesehen wie an diesem Nachmittag. Bis heute fehlen mir die Worte, um sie wirklich zu beschreiben, und ich weiß, dass ich diese Trauerbegleitung nie vergessen werde.
Damit niemand diese Familie erkennt, erzähle ich so wenig wie möglich über sie. Sie erfahren hier weder den Ort noch die Gemeinde, kein Datum und keinen Namen, nichts über ihr Aussehen und nichts über ihren Beruf. Wer dabei war, wird sich wiederfinden. Alle anderen sollen niemanden erkennen.
Über diese Eltern urteile ich nicht. Sie haben ihr Kind verloren, und sie haben aus einem Glauben heraus gehandelt, der ihnen seit ihrer Kindheit Halt gegeben hat. Erzählen möchte ich diese Geschichte für Sie, falls Sie gerade in einer ähnlichen Lage sind. Falls Ihre Kirche die Beerdigung Ihres Menschen verweigert hat und Sie vor einer verschlossenen Tür stehen, ohne zu wissen, wen Sie jetzt noch anrufen können: Sie sind damit nicht allein, und es gibt einen Weg.
Inhalte
- Für sie ging es um Himmel und Hölle
- Es gab keine Tür, an die sie klopfen konnten
- Sie erzählten mir von ihrem Jungen
- Dieses Mindset kenne ich von innen
- Gott verdammt niemanden dafür, wie er ihn gemacht hat
- Der Partner sollte draußen bleiben
- Was Paare ohne Trauschein regeln können
- Wenn Ihre Kirche die Beerdigung verweigert
Für sie ging es um Himmel und Hölle
Um zu verstehen, was diese Absage für die Eltern bedeutet hat, hilft ein Blick auf das, woran sie glauben. Sie gehörten zu einer sehr konservativen evangelikalen Gemeinde, und dort gilt gelebte Homosexualität als schwere Sünde. Für die beiden ging es deshalb um Himmel und Hölle, ganz wörtlich, um die Frage, wo ihr Kind jetzt ist.
Die meisten dieser Gemeinden sagen heute nicht mehr, ein Mensch suche sich aus, wen er liebt. Sie geben zu, dass die Neigung einfach da ist und dass niemand sie bestellt hat. Und dann trennen sie, was sich eigentlich nicht trennen lässt: Das Gefühl sei Schicksal, das Leben damit eine Entscheidung. Wer schwul ist und trotzdem dazugehören will, soll allein bleiben, ein Leben lang, ohne Partner, ohne gemeinsames Zuhause und ohne jemanden, mit dem er einmal alt wird. Ihr Sohn wollte so nicht leben. Er ist gegangen.
Manche Gemeinden versprechen sogar, die Orientierung lasse sich mit Gebet, Seelsorge oder Therapie ändern. Das war so verbreitet, dass der Bundestag eingreifen musste. Seit 2020 sind solche Konversionsbehandlungen bei Minderjährigen in Deutschland verboten, und auch die Werbung dafür steht unter Strafe.
Fair bleiben möchte ich trotzdem, denn Freikirchen sind sehr verschieden. In manchen sind queere Menschen herzlich willkommen. Andere lehnen gleichgeschlechtliche Paare ab und versprechen trotzdem niemandem eine Heilung. Die Gemeinde dieser Familie gehörte zu den strengen.
Dort waren die Eltern seit Jahrzehnten zu Hause, und dort ist ihr Sohn groß geworden. Er starb mit Anfang 30, ohne jede Vorwarnung. Seit einiger Zeit lebte er mit seinem festen Partner zusammen, und die beiden wollten heiraten. Dazu kam es nicht mehr. Wenn ich an diesen Satz denke, sehe ich einen Mann vor mir, der jetzt allein in der gemeinsamen Wohnung steht, und zwei Eltern, die ihren Sohn ein letztes Mal verabschieden wollen und nicht wissen, wohin.
Es gab keine Tür, an die sie klopfen konnten
Vielleicht denken Sie jetzt, die Familie hätte doch einfach einen anderen Geistlichen fragen können, Kirchen gibt es schließlich genug. Für diese Eltern war es so einfach nicht, und gerade an dieser Frage lässt sich verstehen, wie eng es für die beiden wirklich war.
Die eigene Gemeinde kam nicht mehr in Frage. Sie kannte ihren Sohn von klein auf, dort war er gesegnet worden, dort war er in die Jungschar gegangen, und die Eltern grüßten dort jeden Menschen mit Vornamen. Dass er schwul war, wussten alle seit Jahren, und keiner hat je ein Wort darüber verloren. Ausgerechnet aus dieser Gemeinde kam jetzt das Nein.
Auch die evangelische Landeskirche schied aus, und das gleich aus 2 Gründen. Mitglieder waren die Eltern dort nicht, und eine kirchliche
Trauerfeier
steht zuerst den Mitgliedern offen. Selbst wenn sich das hätte klären lassen, blieb das zweite Hindernis: Gleichgeschlechtliche Paare können sich in den evangelischen Landeskirchen heute trauen oder segnen lassen, und für diese Eltern war genau das der Beweis, dass sich die Landeskirche weit von der Bibel entfernt hat. Die Kirche, die ihren Sohn vielleicht ohne Zögern beerdigt hätte, war für sie damit ausgeschlossen.
Blieben die anderen Freikirchen. Die strengen unter ihnen hätten genauso abgelehnt wie die eigene Gemeinde, und die wenigen, die ihren Sohn ohne Vorbehalte beerdigt hätten, kamen für die Eltern aus demselben Grund nicht in Betracht wie die Landeskirche. Dazu kommt etwas ganz Praktisches: Welche Haltung eine Gemeinde im Nachbarort zu diesem Thema hat, lässt sich auf ihrer Website kaum herausfinden. Die beiden hätten dort anrufen und nachfragen müssen, ausgerechnet in der Woche, in der ihr Kind gestorben ist. In diesen Tagen ist jeder Anruf schon zu viel.
Für die Eltern war die Absage deshalb viel mehr als eine Frage der Organisation. Eine Gemeinde, die ein Kind Gottes nicht beerdigen will, fällt damit ein Urteil über seine Seele. Sie hatten also nicht nur niemanden, der bei der
Trauerfeier
spricht. Sie hatten von der Instanz, auf die sie sich ein Leben lang verlassen hatten, die Bestätigung bekommen, dass ihr Kind verloren ist.
Und dann blieben die beiden allein. Es gab keine Trauerfeier in der Gemeinde und keine Predigt, niemand kam vorbei, und niemand rief an, um zu sagen: Wir beten für euch. Die Menschen, die sie über Jahrzehnte getragen hatten, waren genau dann nicht mehr da, als die Eltern sie am meisten gebraucht hätten. Es war, als stünde ihnen nicht einmal die
Trauer
um ihr eigenes Kind zu.
Zu mir kamen die beiden, weil sie sich für ihren Sohn trotz allem eine christlich geprägte
Trauerrede
wünschten. Jemand hatte
mich
ihnen als
freie Trauerrednerin
empfohlen, die auch christlich geprägte Trauerreden hält.
Sie erzählten mir von ihrem Jungen
Es wurde sehr viel geweint an diesem Nachmittag. Die beiden waren ratlos, durcheinander, unendlich traurig und verzweifelt, und sie haben nichts davon vor mir versteckt. Mir kam es so vor, als meinten sie, sich vor mir dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie ihren Sohn lieben. Das mussten sie nicht. Ich habe es ihnen gesagt, mehr als einmal.
Irgendwann kamen dann doch die Geschichten, wie niedlich er als Baby war und dass er mit 10 Monaten schon laufen konnte, was für ein lustiger, aufgeweckter Junge er war, welche Streiche er ausgeheckt hat, wie abenteuerlustig er schon als Kind war und wie gut in der Schule. Wie stolz sie auf ihn waren, war nicht zu überhören, und in diesen Minuten klangen ihre Stimmen ganz anders als vorher. Ich habe zugehört und gedacht: Da sind sie, die Eltern, die ihren Jungen lieben.
Solche Geschichten hören bei jeder Familie irgendwann auf, weil ein Kind erwachsen wird und ein eigenes Leben beginnt, das die Eltern nur noch von außen sehen. Bei diesem Sohn brachen sie genau an der Stelle ab, an der er anfing, sein eigenes Leben zu führen. Nachdem er sich geoutet hatte, gab es kaum noch Kontakt.
Seinen Partner haben die Eltern ein einziges Mal gesehen, zufällig in der Stadt, als die beiden zusammen einkaufen waren. Es war ihnen so unangenehm, dass sie schnell weitergegangen sind.
Wie geht das zusammen, ein Kind so sehr zu lieben und es gleichzeitig wegzuschieben? Es geht zusammen, wenn Sie glauben, dass Sie es müssen.
In diesem Moment wurde mir klar, welche Last diese beiden trugen. Von einem Tag auf den anderen hatten sie ihr Kind verloren, und sie glaubten fest, dass es nun für immer verdammt ist. Sie liebten ihren Sohn und waren zugleich überzeugt, ihn auch für die Ewigkeit verloren zu haben. Mir wurde an diesem Nachmittag das Herz schwer, und so geht es mir bis heute, wenn ich daran denke.
Dieses Mindset kenne ich von innen
Wer das liest, wäre an meiner Stelle vielleicht laut geworden und hätte den Eltern gründlich die Meinung gesagt. Das kann ich gut verstehen. In meiner Arbeit begegne ich Menschen in sehr verschiedenen Lebenslagen, und in vielen Leben, von denen mir erzählt wird, liegen
Licht und Schatten nah beieinander. Ob ich mit einer anderen Kindheit und Jugend so ruhig geblieben wäre, weiß ich nicht.
Aufgewachsen bin ich nämlich selbst evangelikal, in Kanada, und mit 18 bin ich gegangen. Das Gehen war dabei der einfache Teil. Was Sie als Kind und Teenager jeden Sonntag hören, morgens und abends in der Predigt, dazu mittwochabends in der Bible Study und freitagabends bei Young People, verschwindet nicht, wenn Sie die Kirchentür hinter sich zumachen. Bis ich mich von dieser Lehre gelöst hatte, vergingen Jahre, und ruhig war keines davon.
Heute gibt es dafür ein Wort: Dekonstruktion. Gemeint ist, dass Sie jede Regel und jeden Glaubenssatz, mit dem Sie groß geworden sind, in die Hand nehmen und prüfen, ob Sie ihn behalten wollen. Das dauert Jahre, und es tut weh, weil an jedem dieser Sätze Menschen hängen, Werte und das eigene Bild von sich selbst. Der Glaube muss dabei nicht verloren gehen. Bei mir ist er geblieben, und gegangen sind die Angst und das Verurteilen anderer Menschen.
Mit dem Geschäft der Verdammnis will ich seitdem nichts mehr zu tun haben. Geblieben ist mir der Satz, den Jesus den Männern entgegengehalten hat, die schon Steine in den Händen hatten: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.
Genau deshalb konnte ich diesen Eltern begegnen, ohne über sie zu urteilen. Ihre Sätze und Bibelstellen sind mir vertraut, und ich kenne das Gefühl, wenn eine Gemeinde vorgibt, was richtig ist, und wie geborgen diese Sicherheit sein kann, solange Sie dazugehören. Ebenso gut kenne ich die Kehrseite. Wer darin aufgewachsen ist, ändert seine Sicht nicht wegen eines guten Arguments, weil an ihr eine ganze Ordnung hängt, in der alles seinen festen Platz hat, auch das eigene Kind.
Gott verdammt niemanden dafür, wie er ihn gemacht hat
Vielleicht fragen Sie sich, was ich diesen Eltern in so einem Moment überhaupt sagen konnte. Kluge Sätze helfen da wenig, auch wenn sie aus der Bibel kommen. Getan habe ich trotzdem, was ich konnte, mit viel Wärme und ohne jede Belehrung.
Gott hat uns so gemacht, wie wir sind, und niemand wird von ihm dafür verdammt, so zu sein, wie er geschaffen wurde. Gott ist Liebe. Diese Sätze habe ich den beiden immer wieder gesagt, an diesem Nachmittag und auch später. Ob sie bei ihnen angekommen sind, weiß ich nicht.
In konservativen evangelikalen Gemeinden klingt die Verdammnis eindeutig, doch so schwarz und weiß ist sie nicht. Wie ein Mensch am Ende vor Gott steht, kann niemand wissen, auch der Pastor nicht, der diese Beerdigung abgelehnt hat. Darüber urteilt Gott allein, und kein Mensch auf einer Kanzel kann dieses Urteil sprechen.
Für die
Trauerrede
habe ich deshalb viele Bibelverse über Liebe und Vergebung ausgesucht, ganz bewusst, weil mir das am Herzen lag. Was von so einem Tag bleibt, ist vor allem die
Trauerrede. Die Trauerfeier selbst geht im Schmerz fast unter, und was diese Eltern in vielen Jahren noch hören werden, wenn sie an diesen Tag zurückdenken, sind die Worte über ihren Sohn. Es waren Worte über Liebe und Vergebung.
Geschrieben war diese
Trauerrede relativ einfach. Sie erzählt sein Leben, allerdings nicht ganz, denn seine Beziehung und seine Homosexualität kommen darin nicht vor. Das war der Wunsch der Eltern, und ich konnte ihn mittragen. Abgerechnet wird bei einer Trauerfeier nicht, an diesem Tag wird um einen Menschen getrauert. Ich war ehrlich, auch wenn ich nicht alles gesagt habe. Erfunden habe ich nichts, und gelogen auch nicht.
Der Partner sollte draußen bleiben
In einem Punkt blieben die Eltern hart: Den Partner ihres Sohnes wollten sie bei der Trauerfeier auf keinen Fall sehen. In ihren Augen hatte dieser Mann ihren Sohn zur Homosexualität verführt, denn erst als die beiden ein Paar waren, hatte ihr Sohn den Mut gefunden, sich zu outen. Dass niemand zu seiner Liebe verführt wird, habe ich ihnen gesagt, aber gegen diese Überzeugung kam ich nicht an.
Dabei hatte er gerade den Menschen verloren, den er liebte, mit dem er seine Wohnung teilte und den er heiraten wollte, plötzlich und ohne jede Gelegenheit, sich zu verabschieden. In der Wohnung standen noch die Schuhe seines Liebsten an der Tür. Und dann musste er erfahren, dass er bei der
Trauerfeier
unerwünscht ist.
Was dieser Ausschluss mit ihm macht und wie groß seine Trauer sein muss, habe ich den Eltern immer wieder vor Augen geführt, an diesem Nachmittag und auch danach. Das war sehr schwer für mich, und obwohl ich wirklich alles versucht habe, konnte ich die beiden nicht umstimmen.
Bei solchen Gesprächen bewege ich mich auf einem schmalen Grat. Wenn ich zu weit gehe oder dränge, werde ich übergriffig, denn vor mir sitzen Menschen in tiefer Trauer, und ich bleibe eine Außenstehende, ganz gleich, wie nah ich ihnen in diesen Tagen komme. Über die Trauerfeier ihres Sohnes entscheiden die Eltern, auch wenn ich ihre Entscheidung für falsch halte.
Den Partner habe ich nie kennengelernt. Seine Kontaktdaten hatte ich nicht, und meine hat ihm vermutlich niemand weitergegeben. Zur Trauerfeier kam er nicht, und so blieb ihm der Abschied von seinem Menschen verwehrt.
In der Trauerhalle blieben viele Plätze frei. Aus der Gemeinde kamen nur wenige, denn wer dem Pastor folgt, setzt sich nicht zur Trauerfeier eines Menschen, den er für einen schweren Sünder hält. Für die Eltern war das schlimm. Auch von den Freunden ihres Sohnes kam kaum jemand, und warum, haben mir die Eltern später selbst erzählt: Die Freunde nahmen es den Eltern sehr übel, dass sein Partner ausgeschlossen wurde, und haben deshalb eine
eigene Trauerfeier
für ihn gehalten. Wie sie war, weiß ich nicht. Ich hoffe, es war laut und voll, und es wurde viel gelacht.
Die Unerbittlichkeit der Eltern geht mir bis heute nach, und wenn ich an diesen jungen Mann denke, denke ich immer auch an den, der draußen bleiben musste.
Was Paare ohne Trauschein regeln können
Vielleicht leben Sie selbst in einer festen Partnerschaft ohne Trauschein und haben beim Lesen kurz gestutzt. Der Sohn hätte vieles regeln können, und genau deshalb möchte ich Ihnen diesen Punkt noch mitgeben.
Ein unverheirateter Partner erbt in Deutschland ohne Testament nichts, das Erbe geht dann an die Eltern. Auch nach dem Tod hat er bei der Bestattung nicht automatisch etwas zu sagen, weil das Recht der Totenfürsorge nicht einfach dem Menschen zufällt, den jemand liebt. Ändern lässt sich das mit einem Testament oder Erbvertrag, mit einer Vorsorgevollmacht für den Fall einer schweren Krankheit und vor allem mit einer Bestattungsverfügung. Darin halten Sie ausdrücklich fest, wer die Trauerfeier gestaltet und wer gegenüber Bestatter und Friedhof spricht. Hätte es diese Papiere gegeben, wäre vieles anders gekommen. Der Mann, der mit ihm gelebt hat, hätte entschieden, und aus der Trauerhalle hätte ihn niemand fernhalten können.
Dass nichts geregelt war, ist verständlich. Die beiden waren Anfang 30 und wollten heiraten, und wer in diesem Alter zusammenzieht, denkt an die neue Küche und an den nächsten Urlaub und nicht an Vollmachten und Verfügungen.
Wenn Sie als Paar nicht verheiratet sind, sprechen Sie trotzdem einmal darüber, am besten, solange es noch keinen Anlass gibt. Beraten lassen können Sie sich dazu von einer Notarin oder einem Fachanwalt für Erbrecht. Wie Sie in Rheinland-Pfalz mit einer Totenfürsorgeverfügung festlegen können, wer über Ihre Bestattung entscheidet, habe ich im Beitrag über die Vorsorge im neuen Bestattungsgesetz beschrieben. Eine Juristin bin ich nicht, und dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung. Er gibt weiter, was dieser Nachmittag mich gelehrt hat.
Wenn Ihre Kirche die Beerdigung verweigert
Wenn Ihnen Ihre Kirche gerade die Trauerfeier für Ihren Menschen verweigert hat, dann möchte ich Ihnen vor allem eins sagen: Sie sind damit nicht allein, und Ihr Mensch bekommt trotzdem einen würdigen Abschied. Auch einen christlichen, wenn Sie das möchten.
Christlich geprägte Trauerreden halte ich für jeden Menschen, ganz gleich, welcher Konfession er angehörte und wie er gelebt hat. So wird es eine christliche Trauerfeier mit Bibelversen und dem Vaterunser, und wenn Sie es sich wünschen, auch mit einem Segen. Viele, die nach einem freien Pfarrer suchen, finden so zu mir. Eine Pfarrerin bin ich nicht. Aber ich bin eine freie Trauerrednerin, die den Glauben Ihres Menschen ernst nimmt, auch wenn seine Kirche das nicht mehr getan hat. Ob er nach einem Kirchenaustritt keiner Kirche mehr angehörte, nie Mitglied war oder von seiner Gemeinde verstoßen wurde, spielt für mich keine Rolle.
Eine Beerdigung ohne Pfarrer und eine Trauerfeier ohne Kirche sind auf städtischen Friedhöfen ohne Weiteres möglich, in der Trauerhalle wie am Grab. Das Bestattungshaus klärt den Termin, und um die Trauerrede kümmere ich mich. Wie so eine Trauerfeier abläuft, steht im Beitrag über die
Trauerrede ohne Pfarrer.
Für das Trauergespräch komme ich zu Ihnen nach Hause, ob in
Mannheim,
Ludwigshafen, Heidelberg, Speyer oder wo auch immer Sie in der Metropolregion Rhein-Neckar leben. Und wenn Sie nach der Trauerfeier jemanden zum Reden brauchen, weil Ihre Gemeinde nicht mehr da ist, bin ich in der
Trauerbegleitung
auch danach für Sie da, persönlich, am Telefon oder per Videocall. Melden Sie sich einfach, auch wenn Sie noch gar nicht wissen, was Sie sagen sollen.
Rufen Sie mich an.
Niemand muss allein gehen, nur weil eine Gemeinde Nein gesagt hat. Auch Ihr Mensch nicht.


