Wenn Sie sich eine Trauerrede wünschen, die anders ist
Wenn die übliche Trauerfeier nicht zu Ihrem Menschen passt

Vielleicht sitzen Sie gerade zwischen Formularen und Erinnerungen, es ist spät geworden, Sie sind müde, erschöpft, traurig und Sie tragen einen Satz mit sich herum, den Sie noch niemandem gesagt haben. So eine Trauerfeier, wie Sie sie schon oft erlebt haben, passt nicht zu ihr. Das Bestattungshaus hat gefragt, ob jemand sprechen soll, und Sie haben Ja gesagt, ohne zu wissen, was Sie damit bekommen. Also suchen Sie nach einer Trauerrede mal anders im Internet und finden Vorlagen, Gedichtsammlungen und Musterreden, die alle gleich klingen.
Ich kenne diesen Moment aus vielen ersten Telefonaten. Am Anfang steht meist ein Unbehagen, für das die Worte noch fehlen. Häufig lässt sich zuerst nur benennen, was sich falsch anfühlen würde. Eine fremde Person, die eine halbe Stunde über einen Menschen spricht, den sie nie getroffen hat. Sätze, die zu jeder Beerdigung passen und deshalb zu keiner. Dieses Unbehagen hat recht, und es lohnt sich, ihm zu folgen.
Ich bin Patricia Rind, freie Trauerrednerin in der Metropolregion Rhein-Neckar, und ich schreibe jede Trauerrede von Grund auf neu. Für diesen einen Menschen und für die, die um ihn trauern. Was das im Einzelnen bedeutet, woran Sie eine austauschbare Rede erkennen, was in unserem Gespräch geschieht und wie viel bei einer Trauerfeier tatsächlich möglich ist, lesen Sie auf dieser Seite.
Eines vorweg, damit Sie Ihre Zeit nicht verlieren: Vorlagen oder Beispielreden zum Herunterladen finden Sie bei mir nicht. Warum ich damit nicht arbeite und warum das gerade in Ihrem Fall wichtig ist, erkläre ich gleich im zweiten Abschnitt.
Inhalte
- Was Angehörige meinen, wenn sie eine Trauerrede mal anders suchen
- Warum es bei mir keine Vorlagen und keine Beispieltexte gibt
- Woran Sie eine austauschbare Trauerrede erkennen
- Was im Trauergespräch geschieht, damit die Rede trägt
- Wie weit eine Trauerrede tatsächlich gehen kann
- Wie Sie anfangen, wenn Sie sich das wünschen
Was Angehörige meinen, wenn sie eine Trauerrede mal anders suchen
Wenn Sie mich anrufen, haben Sie selten eine fertige Vorstellung im Kopf. Sie haben ein Bild von einer Feier, bei der Sie einmal saßen und sich gefragt haben, ob der Redner den Menschen, von dem er sprach, jemals getroffen hat. Sätze, die auf jede Familie gepasst hätten. Eine Reihe von Jahreszahlen, Schule, Lehre, Heirat, Rente. Danach standen Sie draußen vor der Halle und wussten, so soll es bei Ihnen nicht sein.
Im Gespräch zeigt sich dann, wie verschieden dieser Wunsch aussieht. Eine Familie möchte, dass in der Feier gelacht wird, weil der Vater so ein lustiger Mensch war, dass sein ganzes Leben lang gelacht wurde. Eine andere möchte, dass endlich jemand ausspricht, was jahrzehntelang niemand angerührt hat. Wieder andere wünschen sich Englisch neben Deutsch, weil die Enkel im Ausland aufgewachsen sind und sonst kein Wort verstehen würden.
Manchmal geht es um die Frage, ob eine Trauerfeier ohne Pfarrer überhaupt möglich ist, oder ob christliche Worte noch ihren Platz haben, wenn der verstorbene Mensch aus der Kirche ausgetreten war. Beides ist möglich, und beides gestalte ich mit derselben Sorgfalt.
Was all diese Wünsche verbindet, ist Wiedererkennbarkeit. Sie möchten, dass die Menschen in den Bänken nicken. Eine Tochter schrieb mir nach der Trauerfeier für ihren Vater: "Sie haben meinen Papa so gut getroffen, es ist als ob Sie eine alte Freundin von ihm wären". Das ist der Maßstab, den ich an jede Trauerrede anlege.
Warum es bei mir keine Vorlagen und keine Beispieltexte gibt
Vielleicht sind Sie hier gelandet, weil Sie nach einer Vorlage gesucht haben. Das kommt oft vor, und ich nehme es Ihnen nicht im Geringsten übel. In einer Woche, in der Sie Formulare ausfüllen, Verwandte anrufen und nebenbei irgendwie begreifen sollen, dass ein Mensch jetzt für immer fehlt, klingt ein fertiger Text wie eine helfende Hand, die Ihnen etwas abnimmt.
Bei mir finden Sie keine Vorlagen, und auch keine Beispielreden zum Nachlesen. Dahinter steht ein Versprechen, das mir viel bedeutet. Jede Rede, die ich schreibe, gehört der Familie, für die sie entstanden ist. Sie bekommt den Text nach der Trauerfeier, und darin steht, was mir in einem Wohnzimmer, in einer Küche oder in einem Cafe anvertraut wurde, bei kalt gewordenem Kaffee und mit langen Pausen dazwischen. Ein Zerwürfnis, das nie beigelegt wurde. Eine Krankheit, von der die Nachbarn nichts wussten. Der Satz, den eine Tochter erst nach zwei Stunden aussprechen konnte. So etwas stelle ich nicht ins Netz, damit Fremde sich daran bedienen. Es gehört dieser einen Familie. Und wenn Sie mich beauftragen, gehört Ihre Trauerrede genauso Ihnen.
Dazu kommt etwas sehr Praktisches, das viele erst merken, wenn sie vor dem leeren Blatt sitzen. Eine Vorlage nimmt Ihnen den leichten Teil ab und lässt Sie mit dem schweren allein. Formulierungen finden sich. Die Arbeit liegt davor: sich erinnern, auswählen, entscheiden, was vor allen Gästen gesagt wird und was zwischen Ihnen bleibt. Das ist viel verlangt in Tagen, in denen Sie kaum schlafen, oft weinen und ständig das Telefon klingelt.
Wenn Sie selbst sprechen möchten, ist das etwas Schönes, und ich rede es niemandem aus. Wenn Sie möchten, dass ich die Worte finde, beginnt alles mit einem
Gespräch. Von da an tragen Sie diesen Teil nicht mehr allein.
Was im Trauergespräch geschieht, damit die Rede trägt
Wir treffen uns zu einem ausführlichen Trauergespräch. In der Regel dauert es mindestens zwei Stunden, oft länger, und ich bleibe, solange Sie erzählen möchten. Ich gehe erst, wenn ich das Gefühl habe, Ihren verstorbenen Menschen wirklich zu kennen. Ich komme zu Ihnen nach Hause oder an einen anderen Ort, an dem Sie sich sicher fühlen. Wenn die Wege zu weit sind oder jemand aus der Familie anderswo wohnt, sehen wir uns per Video. Sie erzählen in Ihrem Tempo, und ich schaue nicht auf die Uhr.
Dass es bei diesem einen Termin bleibt, hat mehrere Gründe. Zwischen dem Todesfall und der Trauerfeier liegen meist nur wenige Tage, und die Rede muss in dieser Zeit auch noch geschrieben werden. Oft sind mehrere Angehörige beteiligt, die alle einen Weg zu diesem Termin finden müssen, und jede weitere Verabredung verschiebt den Rest.
Am meisten geht es mir um die Begegnung selbst. Ich brauche einen zusammenhängenden Zeitpunkt, an dem ich Sie kennenlerne und den Menschen, um den es geht. In zwei Stunden verändert sich, wie erzählt wird. Wir bauen eine Beziehung auf, Vertrauen, Nähe. Mit der Zeit verschwindet dabei die Spannung, die Nervosität, die Hinterbliebene oft empfinden. Zu Beginn berichten die meisten, nach einer Weile fangen sie an zu erzählen, und irgendwann fällt der Satz, den vorher niemand geplant hatte. Diese Bewegung entsteht, wenn wir zusammen sitzen bleiben. Aus mehreren kurzen Terminen wird ein zerstückeltes Bild.
Und wenn Ihnen zwei Stunden später etwas einfällt, rufen Sie mich an. Das kommt oft vor, und ich freue mich jedes Mal darüber. Manchmal ist genau das der Satz, der später in der Rede steht.
Ich frage der Reihe nach, von der Kindheit bis zu den letzten Wochen. Erinnerung ist so sortiert, und das Erzählen fällt leichter, wenn es eine Reihenfolge gibt. Geschrieben wird die Trauerrede dann ganz anders. Ich beginne oft mitten im Leben, bei einem Bild, das Ihnen im Gespräch fast nebenbei herausgerutscht ist und bei dem Sie kurz gelacht oder geweint haben. Solche Momente merke ich mir. Sie sind später der Boden, auf dem die ganze Rede steht.
Was zwischen den Sätzen liegt, höre ich mit. Wenn jemand ein Thema umgeht, dränge ich nicht. Wenn jemand länger schweigt, halte ich das aus. Oft kommt danach der Satz, auf den es ankommt.
Fast jede Familie fragt irgendwann, ob sie den Text vorher lesen kann. Meine Antwort ist immer dieselbe, und sie ist mir wichtig genug, dass ich dafür schon einen Auftrag verloren habe.
Ich schicke keine Entwürfe. Eine Trauerrede ist ein Stück Arbeit, das aus meinem Inneren kommt. Ich höre Ihnen stundenlang zu, ich lasse das Gehörte in mir arbeiten, und dann schreibe ich die erste Fassung in einem Zug, solange Ihre Stimme noch in meinem Ohr ist. Danach warte ich, mindestens einige Stunden. Dann kommt die erste Überarbeitung, oft sind es mehrere. Dabei kürze ich die Rede sorgfältig, damit sie in die vorhandene Zeit passt und gleichzeitig nichts Wesentliches verliert. Was dabei entsteht, hat einen eigenen Ton und einen eigenen Rhythmus. Ein Text, der viermal von anderen umgestellt und geglättet wird, verliert beides. Beim Sprechen ist das sofort zu hören, die Sätze haken, die Übergänge stimmen nicht mehr, und die Rede zerfällt in Bruchstücke.
Wenn ein Text durch fünf Hände geht, geschieht immer dasselbe. Der Bruder findet eine Formulierung zu hart. Die Schwester vermisst ihren Namen an dritter Stelle. Jemand streicht den einen ehrlichen Satz der die ganze Rede getragen hätte. Am Ende steht ein geglätteter Text, in dem sich niemand mehr wiedererkennt, und ich stehe vorne und spreche Worte, die nicht mehr meine sind. Die Rede wird dadurch schlechter, jedes Mal. Sie verliert genau das, wofür Sie mich geholt haben.
Dazu kommt die Zeit, die niemand von uns hat. Zwischen unserem Gespräch und der Trauerfeier liegen oft nur wenige Tage. Jede Korrekturrunde kostet Stunden, Ihre und meine, und nach der ersten ist selten Schluss. Kommen Änderungswünsche aus mehreren Richtungen, die sich widersprechen, wird aus der Rede eine Verhandlung, und die Stunden, die ich für das Schreiben brauche, sind dann schon verbraucht.
Am schwersten wiegt etwas anderes. In einer Familie, die ohnehin am Ende ihrer Kräfte ist, entzündet sich Streit schnell an einer einzelnen Formulierung, an einem Wort im dritten Absatz. Drei Tage vor der Beerdigung ist ein Konflikt über einen Halbsatz das Letzte, was Sie gebrauchen können. Und ich stehe am Ende vorne und trage das Ergebnis einer Abstimmung vor. Aus meinem Herzen kommt so ein Text nicht.
Ihren Einfluss haben Sie im Gespräch, und dort ist er groß. Alles, was Ihnen wichtig ist, sagen Sie mir an diesem Nachmittag. Wenn ein Thema nicht vorkommen soll, sagen Sie es, und dann kommt es nicht vor. Diese Entscheidungen treffen Sie, und ich halte mich daran. Was danach am Schreibtisch geschieht, ist meine Verantwortung.
Deshalb hören Sie die Rede zum ersten Mal in der Feier, so wie alle anderen im Raum. Damit stehe ich nicht allein. Keine Trauerrednerin und kein Trauerredner lässt Angehörige am Text mitschreiben oder Formulierungen freigeben. Das ist in diesem Beruf überall so, und es hat überall denselben Grund.
Was danach kommt, ist seltener. Sie bekommen den
vollständigen Text, jedes Wort so, wie ich es gesprochen habe. Zum Behalten. Zum Weitergeben an die, die nicht kommen konnten. Zum Wiederlesen in einem ruhigen Moment, wenn die ersten Wochen vorbei sind und Sie von der Feier selbst kaum etwas erinnern. Bei den meisten Trauerrednerinnen und Trauerrednern bleibt die Trauerrede nach der Trauerfeier in deren Unterlagen, und viele arbeiten mit
wiederverwendeten Passagen, die sie ungern aus der Hand geben. Ich händige meine aus, weil sie Ihnen gehört. Sie ist aus Ihren Erinnerungen entstanden und für diesen einen Menschen geschrieben worden.
Wie weit eine Trauerrede tatsächlich gehen kann
Konventionen sind für mich kein Maßstab. Ich frage mich bei jeder Trauerfeier zwei Dinge: Was tut Ihnen als Hinterbliebenen gut, und was zeigt den Menschen, den Sie verabschieden, am ehrlichsten. Wenn die Antwort darauf hinausläuft, dass am Grab "Highway to Hell" gespielt wird, dann läuft am Grab "Highway to Hell". Ich habe noch nie erlebt, dass so etwas eine Feier beschädigt hätte. Ich habe erlebt, dass Menschen dabei zum ersten Mal seit Tagen wieder aufgeatmet haben.
Es steht nirgends geschrieben, dass Abschiedsmusik traurig sein muss. Es steht nirgends geschrieben, dass in einer Trauerhalle nicht gelacht werden kann. Der Fußballschal um die Urne gewickelt, das Motorrad vorne neben der Urne in der Trauerhalle, der Hund an der Leine in der ersten Reihe, die Enkel, die vorne stehen und etwas vorlesen: All das habe ich begleitet, und jedes Mal war es richtig, weil es zu diesem Leben gehört hat.
Genauso wenig steht irgendwo, wie feierlich eine Trauerfeier zu sein hat. Manche Familien wünschen sich wenige Worte und lange Pausen. Andere wollen erzählen, Fotos zeigen, gemeinsam essen. Manche wollen eine Party. Alles gestalte ich mit derselben Sorgfalt, weil beides Halt geben kann.
Grenzen gibt es dennoch, und die liegen bei Ihnen. Eine Feier muss alle in diesem Raum tragen können, auch die Schwiegermutter, die anderes gewohnt ist, und das Kind, das zum ersten Mal auf einem Friedhof steht. Wenn in einer Familie unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen, suche ich eine Form, in der sich alle wiederfinden. Ich überrede niemanden zu etwas Ausgefallenem. Ich zeige Ihnen, wie viel möglich ist, und die Entscheidung bleibt bei Ihnen.
Wenn es an diesem Leben nichts zu beschönigen gibt
Vielleicht denken Sie beim Lesen, bei uns ist es komplizierter. Vielleicht war der Mensch, den Sie verabschieden, kein einfacher Mensch. Vielleicht gibt es ein Kind, das seit Jahren nicht mehr anruft, oder eine Geschichte, die in der Familie nie erzählt wurde. Ich höre solche Sätze oft, meist am Telefon und mit leiser Stimme, so als müsste sich jemand dafür entschuldigen. Sie müssen sich nicht entschuldigen. Ein Leben, in dem nicht alles hell war, ist deshalb kein geringeres Leben, und es ist kein Grund, auf eine ehrliche Trauerrede zu verzichten.
Ehrlich zu bleiben, ohne zu beschönigen und ohne abzurechnen, gehört zu dem, was ich am besten kann. Eine Trauerfeier ist kein Gerichtsprozess und kein Ort, an dem alte Wunden aufgerissen oder neue geschlagen werden. Sie ist der Abschied von diesem Menschen, mit seinem Licht und mit seinen Schatten. Beides bekommt seinen Platz, und über beides spreche ich mit Respekt.
Ich habe die Trauerrede für einen Vater gehalten, der seinen Sohn gefördert und seine Tochter kleingehalten hatte. Ihr Studium hat sie sich später selbst erkämpft, gegen alle Widerstände. Als er starb, hatte sie seit über fünfzehn Jahren keinen Kontakt mehr zur Familie, und ihre Kinder hat der Großvater nie gesehen. Im Vorgespräch saß sie etwas abseits, die Arme verschränkt, und sagte lange nichts. Ich habe sie nicht gedrängt. Die Rede habe ich mit dem begonnen, was für alle unstrittig war, seinem Humor, seiner Energie, seinen Abenden im Verein. Und dann habe ich behutsam gesagt, dass Beziehungen Brüche kennen und dass Erinnerungen nebeneinander stehen können, ohne sich je zu versöhnen. Nach der Feier kam die Tochter zu mir, die Stimme brüchig. Nam mich in den Arm. Das sei das erste Mal gewesen, dass über ihren Vater gesprochen wurde, ohne dass sie wütend wurde. Für solche Sätze mache ich diese Arbeit.
Eine andere Frau saß nach dem Tod ihres Mannes an ihrem Küchentisch, zwischen Kontoauszügen und Mahnungen, von denen sie nichts geahnt hatte. Er hatte jahrelang spekuliert, das Haus war überschuldet, der Räumungstermin lag wenige Tage nach der geplanten Beerdigung. Ihre Hände zitterten, und trotzdem sprach sie davon, sie müsse eine anständige Trauerfeier ausrichten, weil die Nachbarn und die Verwandtschaft das erwarteten. Ich habe ihr gesagt, dass sie gar nichts muss. Es wurde eine Grabrede im kleinen Kreis, ohne Halle, ohne Musik, ohne Programm, nur ein paar Menschen, die ihr wirklich nahestanden. Hinterher sagte sie mir, so sei es richtig gewesen, anders hätte sie es nicht geschafft.
Und dann gibt es das, was ich erfahre und für mich behalte. Eine Frau von über achtzig hat mir im Trauergespräch über ihren verstorbenen Mann erzählt, was ihr 1961 geschehen war, als sie siebzehn war und die beiden kurz darauf heiraten mussten. Vierundsechzig Jahre lang hatte sie darüber mit keinem Menschen gesprochen. Ich habe zugehört und das, was sie beschrieb, vorsichtig beim Namen genannt, weil ihr nie jemand die Worte dafür gegeben hatte. In der Trauerrede kam nichts davon vor, ihre Kinder sollten es nicht erfahren, und das war ihre Entscheidung. Hinter jedem Satz, den ich über diese Ehe geschrieben habe, stand es trotzdem. Die Rede wurde dadurch wahrer, ohne dass es außer uns beiden jemand merkte.
Und einmal stand ich in einer Halle, in der außer dem Organisten, dem Bestatter und mir niemand saß. Der Sohn hatte die Feier organisiert und im letzten Moment abgesagt. Ich habe die Rede trotzdem gehalten, in voller Länge und mit derselben Achtung wie sonst, weil dieser Mensch sie verdient hatte, so wie jeder Mensch sie verdient.
Was Sie mir erzählen, ändert nichts daran, wie ich Ihnen begegne. Ich urteile nicht, und ich erkläre auch nichts weg. Was in der Rede vorkommt, entscheiden Sie vorher gemeinsam mit mir. Für viele Angehörige ist die Trauerfeier der erste Moment, in dem sie nicht so tun müssen, als sei alles
in Ordnung gewesen. Dieses Aufatmen sehe ich ihnen an, und es bleibt mir jedes Mal.
Wie Sie anfangen, wenn Sie sich das wünschen
Wenn Sie bis hierher gelesen haben, steht bei Ihnen vermutlich in den nächsten Tagen eine Entscheidung an, und wahrscheinlich wartet das Bestattungsunternehmen schon auf eine Rückmeldung. Der erste Schritt ist klein. Ein Anruf oder eine kurze Nachricht genügt, in der Sie mir sagen, wer gestorben ist und wann die Trauerfeier stattfindet. Alles Weitere klären wir in Ruhe, und Sie müssen dabei nichts vorbereitet haben.
Als freie Trauerrednerin bin ich in der Metropolregion Rhein-Neckar unterwegs und komme zu Ihnen. Nach Ludwigshafen und Mannheim ebenso wie nach Frankenthal, Speyer, Worms, Heidelberg oder Schwetzingen, in den Rhein-Pfalz-Kreis und in den Rhein-Neckar-Kreis, nach Bad Dürkheim, Grünstadt, Neustadt an der Weinstraße, Neulußheim und bis Karlsruhe. Die Friedhöfe und die Abläufe vor Ort kenne ich, und das nimmt Ihnen ein Stück Organisation ab. Liegt der Ort weiter entfernt, sprechen Sie mich trotzdem an. Meistens findet sich ein Weg.
Falls Sie unsicher sind, ob wir zueinander passen, hören Sie sich einfach an, wie ich spreche und wie ich über diese Arbeit denke. Und lesen Sie, was Familien mir nach der Feier geschrieben haben. Oft entscheidet der Klang einer Stimme mehr als jede Beschreibung.
Manche Menschen kommen aus einem ganz anderen Grund auf diese Seite. Sie haben selbst eine Trauerfeier erlebt, die ihnen nicht gefallen hat, und möchten für sich vorsorgen. Dafür gibt es die Trauerredenvorsorge. Sie erzählen mir Ihr Leben, solange Sie es selbst erzählen können, und ich schreibe Ihre Rede. Ihre Angehörigen müssen später nichts mehr zusammentragen und nichts erraten. Bestattungsvorsorge biete ich nicht an, dafür sind die Bestattungshäuser da.
Und wenn nach der Trauerfeier die Tage lang werden und das Telefon aufhört zu klingeln, bin ich mit meiner
Trauerbegleitung
weiter für Sie da, bei Ihnen zu Hause, am Telefon oder per Video. Sie müssen das alles nicht allein sortieren.
Melden Sie sich, ich bin da.


